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Hilfe nach der Diagnose

Eine schwere Erkrankung verändert nicht nur das Leben des betroffenen Menschen. Auch für Partner, Kinder und andere Angehörige ist plötzlich vieles anders. Der Familienalltag gerät durcheinander, Sorgen und Ängste nehmen zu. In solchen Situationen unterstützt die Oberhausener Beratungsstelle FIBS die betroffenen Familien. Wie wichtig diese Unterstützung sein kann, zeigt auch eine aktuelle Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE).

Für die im September 2026 veröffentlichte Untersuchung werteten Wissenschaftlerinnen die Daten von 68 Müttern und Vätern aus, die minderjährige Kinder haben und selbst an Krebs erkrankt waren. Alle nahmen eine psychosoziale Beratung in Anspruch. 34 Eltern erhielten eine familienorientierte Beratung, die anderen 34 nutzten die reguläre psychoonkologische Betreuung.

Die Ergebnisse machen deutlich, wie schwer eine Krebsdiagnose auf den Familien lasten kann. Zu Beginn der familienorientierten Beratung waren 82 Prozent der Eltern psychisch erheblich belastet. Jeder Zweite berichtete über mittelstarke bis schwere Ängste, bei 44 Prozent zeigten sich erhöhte depressive Symptome.

Im Laufe der folgenden zwölf Monate verbesserte sich die Situation deutlich. Der Anteil der psychisch stark belasteten Eltern sank in der familienorientiert beratenen Gruppe auf 24 Prozent. Auch Ängste und depressive Symptome gingen zurück. Gleichzeitig schätzten die Eltern die Lebensqualität ihrer Kinder zunehmend besser ein.

Die Wissenschaftlerinnen betonen allerdings, dass die Untersuchung mit insgesamt 68 Teilnehmenden vergleichsweise klein ist. Zudem ging die psychische Belastung auch bei den Eltern zurück, die eine reguläre psychoonkologische Betreuung erhielten. Ob und in welchem Umfang die Beratung allein für die Verbesserungen verantwortlich war, lässt sich deshalb nicht eindeutig sagen.

Die Studie lenkt den Blick auf eine Situation, die bei schweren Erkrankungen leicht in den Hintergrund gerät: Während sich vieles um die medizinische Versorgung dreht, muss die Familie ihren Alltag neu organisieren. Aufgaben verändern sich, Gewissheiten gehen verloren. Besonders Kinder und Jugendliche stehen dabei vor Fragen, auf die sie nicht immer Antworten bekommen. Sie spüren, dass etwas nicht stimmt, können ihre Sorgen aber häufig nur schwer ausdrücken.

An diesem Punkt setzt die Arbeit von FIBS an. Die Beratungsstelle des Palliativnetzes Oberhausen e.V. begleitet Familien auf Wunsch bereits ab der Diagnosestellung. Sie bietet Raum für Gespräche, hilft bei der Orientierung und unterstützt Eltern dabei, mit ihren Kindern über die Erkrankung und ihre Folgen zu sprechen. Dabei geht es nicht allein darum, Belastungen aufzufangen, sondern auch darum, die eigenen Kräfte und den Zusammenhalt innerhalb der Familie zu stärken.

Das Angebot ist kostenfrei und nicht auf Krebserkrankungen beschränkt. Auch Familien, in denen ein Angehöriger von einer anderen schweren oder chronischen körperlichen Erkrankung betroffen ist, können sich an FIBS wenden. Und zwar nicht erst dann, wenn ihnen alles über den Kopf wächst.