Aktuelle Forschungen bestätigen den Ansatz von FIBS: Wenn ein Elternteil schwer erkrankt, hilft es, die gesamte Familie zu begleiten. Und: Kinder und Jugendliche brauchen dabei besondere Aufmerksamkeit.
Besonders nah an der Arbeit von FIBS liegt die deutsche Family-SCOUT-Studie, veröffentlicht 2024 in ESMO Open. Forschende aus Aachen, Bonn, Köln und Düsseldorf untersuchten, ob eine familienorientierte Begleitung die psychische Belastung bei einer Krebserkrankung eines Elternteils verringern kann. An der Studie nahmen 472 Familien mit minderjährigen Kindern teil. Sogenannte Family Scouts begleiteten sie neun Monate lang, führten Gespräche, koordinierten Hilfen und richteten die Unterstützung am jeweiligen Bedarf aus. Die Vergleichsgruppe erhielt die übliche Versorgung. Das Ergebnis: In der begleiteten Gruppe sank die psychische Belastung bei mindestens einem Elternteil in 70,4 Prozentder Familien deutlich. In der Vergleichsgruppe waren es 55,8 Prozent. Die Studie zeigt damit, dass eine strukturierte Begleitung des gesamten Familiensystems Belastungen messbar verringern kann.
Wie wichtig der direkte Blick auf Kinder und Jugendliche ist, belegt eine 2025 veröffentlichte internationale Metaanalyse der Universität Bologna und der University of Queensland. Das Forschungsteam wertete 27 kontrollierte Studien mit insgesamt 3.590 jungen Menschen aus, deren Eltern schwer körperlich oder psychisch erkrankt waren. Untersucht wurden Familiengespräche, Gruppenangebote und weitere Bewältigungshilfen. Die Auswertung zeigt: Psychosoziale Unterstützung kann die seelische Anpassung und die Bewältigungsfähigkeiten junger Menschen verbessern. Die Effekte waren zunächst eher klein, nahmen bei späteren Nachuntersuchungen teilweise aber zu.
„Die Studien machen in ihrer Summe deutlich, dass eine schwere Erkrankung nie nur einen einzelnen Menschen betrifft“, sagt Nicole Peters-Bokelmann, Leiterin der FIBS-Geschäftsstelle. „Daher müssen wir Familien früh erreichen, alle Beteiligten in den Blick nehmen und besonders darauf achten, dass Kinder mit ihren Fragen und Ängsten nicht alleinbleiben.“
Genau das ist die Idee von FIBS. Die Beratungsstelle unterstützt Familien frühzeitig, hilft Eltern bei offenen und altersgerechten Gesprächen und gibt Kindern Raum für ihre Gefühle und Fragen.
Und die Forschung zeigt: Familienorientierte Beratung ist kein bloßes Zusatzangebot. Sie kann Belastungen senken, die gemeinsame Bewältigung stärken und Kindern mehr Sicherheit geben.
